Menno, mein Mädchen hat ja gestern schon das beste verraten! Aber ich wette, ihr wollt nochmal alle Details darüber hören, was für ein groß(artig)es Pony ich bin, oder?
Es war so: die Nacht war regnerisch und wir waren auf der Weide und entsprechend waren wir morgens noch sehr müde. Normalerweise ist mein Mädchen ja nie so früh im Stall aber diesmal kam sie wirklich zur Unzeit! Und normalerweise, wenn sie sieht, dass wir liegen und schlafen, geht sie weg und kommt später wieder, wenn wir ausgeschlafen sind. Aber diesmal ging das nicht, denn wir waren verabredet! Also mussten wir leider aufstehen. Seufz….
Aber zum Glück ging es nicht gleich los mit laufen und aufpassen, sondern erst mal zu einer Heumahlzeit in die Wackelkiste, da konnten wir in Ruhe aufwachen. Wir sind nämlich wieder zu Ritter Willibald gefahren. Ach da hab ich mich gefreut, den wieder zu sehen! Ich dachte, ich nehme ihn mal offiziell in meinen Freundeskreis auf mittels einer Runde Popo-Kneifen – ich meine ehrlich: Willi hat den größten, rundesten, stattlichsten Po den ich je gesehen habe, wie soll ich denn da NICHT reinkneifen wollen! War aber bedauerlicherweise nicht erlaubt. Noch nicht mal schnüffeln oder lecken…. ach schade aber auch. Nur gucken, nicht anfassen, hat mein Mädchen gesagt.
Naja, wir sind also wieder zusammen los gezogen, Willibald, Diego und ich mit jeweiligem Reiter. Die beiden Großen vorneweg und ich hinterher. Ab in den Wald – da war es ganz schön rutschig von dem vielen Regen! Da musste man gut auf seine Füße aufpassen, aber ich kann das ja perfekt, weil ich in den Wintern zu hause immer so viel mit Gatsby spiele und da ist es auch rutschig. Man muss immer nur sehen dass man den rutschenden Fuß fix wieder unter den Körper zieht, dann geht das.
Nach einer Weile wurde der Weg besser und wir sind ein kleines Stück getrabt, aber nur ganz langsam. Weil Diego vorneweg gelaufen ist und der fand den Boden nicht so gut und das Gelände sehr fremd und meinte, da trabt man lieber nur so ganz verhalten. Ich hätte mich da mehr getraut und wollte das auch per Popo-Kneif-Post über Willi nach vorne durchgeben (also ich kneife Willi und Willi kneift Diego und dann weiß Diego dass er mal schneller traben soll) aber auch das war wieder nicht erlaubt. Menno.
Nach dem Trab ging es auf einen schmalen Waldweg und da ging es steil bergab! Ich war schon dabei, die Pobacken zusammenzukneifen um mein Mädchen da runter zu tragen, da meinte sie, das wäre nix und ist lieber abgestiegen. Fand ich nett von ihr. Ich hätte das aber geschafft! Na, so ist sie ein Stück zu Fuß gegangen bis wir den Berg geschafft hatten und noch etwas weiter zu einem schönen Aufsteigestein und dann wieder aufgestiegen. Tja, nun weiß ich ja schon: ist man einen Berg runter geklettert, muss man woanders wieder hoch! Und so war es dann auch. Willi ist da ja gut trainiert der marschiert einfach ein Tempo durch. Ich hab zwischendurch etwas Schwung geholt, weil das da echt steil wurde.
Weil ich die ganze Zeit hinter Willi her laufen sollte und immer diesen Po vor mir gesehen habe und nicht rein kneifen durfte, war ich langsam etwas maulig, da hat Willis Reiterin gesagt, ich könnte ja auch vorne laufen. Ich? Das kleinste Pony soll die ganze Verantwortung tragen? Ja, sollte ich. Und mein Mädchen meinte, ich kann das auch. Im fremden Gelände. Na gut, dann bin ich also los marschiert! Und hab natürlich alles perfekt gemacht. Besonders das klein sein, das kann ich gut: mein Mädchen konnte wieder überall problemlos durch reiten wo die anderen beiden gut überlegen mussten, wie sie weiter kommen ohne einen Ast ins Gesicht zu kriegen. Tja, kleine Ponys haben große Vorteile!
Aber dann kam der Fluß! Ein reißendes Gewässer! Da war ich mir dann doch nicht mehr so sicher. Man weiß ja nie! Es könnte da zum Beispiel Krokodile oder Piranhas geben! Oder fiese Stromschnellen, die einen weg reißen! Also nur nicht zu voreilig da rein. Ich hätte es ja einfacher gefunden, wenn einer der Großen da vor marschiert und schaut ob es sicher ist, aber die haben gesagt, ich wäre auch groß genug, das zu schaffen. Naja und nachdem alle mir Mut zugesprochen haben und ich für die ersten Schritte Richtung Ufer ein paar Kekse kassiert hatte, bin ich dann eben doch rein gegangen in die Fluten. Ich fand mich sehr mutig! Und dann wollte ich flink wieder raus und bin einfach schnell ans andere Ufer geschwommen – na gut, gelaufen. Dort hat mein Mädchen mich endlos gefeiert und viele Kekse raus gerückt, das fand ich sehr nett.

Gegen Ende des Ausritts war ich zugegebenermaßen etwas kopfmüde, aber ich mag das ja, mal so richtig was zu erleben! Also ist mein Mädchen das letzte Stück zu Fuß gegangen. Wieder an der Wackelkiste angekommen war ich doch sehr traurig, dass Willibald wieder nach hause gegangen ist – ich dachte, er ist jetzt mein Freund und kommt mit zu uns! Aber so ist das wohl, manche Freunde sieht man nur manchmal. Wir sind jedenfalls schon wieder für die nächste Tour verabredet, da freu ich mich drauf!
Euer mutiger Flussüberquerer Sir Duncan Dhu of Nakel
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