Fitness, Fitness, Fitness! Mein Mädchen ist etwas besessen davon, ehrlich gesagt. Sie hat nämlich ein Vorbild. Eine Frau, die sie niemals getroffen hat! Ist das nicht verrückt? Diese Frau wohnt in England und hat auch ein Highlandpony. Ihr Pony heißt „Brownbread Easter Rabbit“. Und jetzt sagt noch einmal, ich hätte einen komischen Namen! Die beiden – also die Frau und das Pony – sind jedenfalls ziemlich berühmt. Das Bild von denen ist sogar auf manchen Futtertüten drauf! Das beeindruckt mich! Mein Mädchen ist eher davon beeindruckt, dass die beiden auf Distanzritte gehen. Schon lange. Und das obwohl sie am Anfang viele Schwierigkeiten hatten und die Frau viel Angst hatte (ich glaub das Pony auch). Und jetzt haben die vor kurzem einen 82km-Ritt in der Wertung (also schnell genug um nicht raus zu fliegen) geschafft!
Mein Mädchen sagt ja immer, 80km ist ihr persönliches Lebens-Ziel. Das ist was, das kann sie sich vorstellen, mal zu schaffen. (Hä? Wieso denn SIE? Die Arbeit soll doch ICH machen!). Und jetzt hat Rabbit das vorgemacht und mein Mädchen ist angefixt. Sie meint, da braucht man viele Jahre Vorbereitung (besonders mit einem kleinen Pony mit kurzen Beinen wie ich eins bin). Und man braucht dafür einen Haufen Fitness-Training.
Deswegen war sie auch ganz entzückt, als ich hoch motiviert mit ihr zum Sommerreitplatz marschiert bin. Soll ich ihr verraten, dass ich das nur wegen der leckeren Graspausen mache?
Dort hatte sie Stangen aufgebaut über die ich rüber traben sollte. Leider hat es mit dem Filmen nicht so gut funktioniert, eigentlich wollte sie meinen schönen Galopp drauf haben, aber die Kamera wollte das wohl nicht. Vermutlich ist mein Galopp einfach zu schnell für die Technik – ich bin wohl doch mit Überlichtgeschwindigkeit unterwegs, denke ich!
Zwischendurch habe ich mir überlegt, dass die Graspausen eigentlich zu kurz sind und ich doch mal schnell noch ein Hälmchen zur Stärkung brauche. Aber leider war sie wieder so nah dran und hat das (meistens) zu verhindern gewusst. Naja. Trotzdem hat es Spaß gemacht. Nach 20 Minuten wurde mir etwas matt um die Beine und ich habe Antrag auf Feierabend gestellt, aber mein Mädchen sagt, das ist nur in meinem Kopf, im Gelände kann ich viel länger laufen. Diese 20 Minuten sind irgendwie so unsere übliche Arbeitszeit und die hat sich bei mir so eingebrannt, da tickt meine innere Uhr. Aber mein Mädchen sagte, ich werde bald 5 Jahre alt und kann jetzt schon auch mal mehr machen und daran gewöhnen wir uns jetzt beide (sie ist nämlich auch immer nach 20 Minuten der Meinung das sei schon alles fein so). Weil es jetzt nicht mehr nur darum geht, alles schön und richtig zu machen – das kann ich ja eh – sondern auch einfach um wiederholen und trainieren, also Muskeln beanspruchen und so. Wegen der 80km von denen sie in völlig durchgeknallten Momenten manchmal heimlich träumt.
Naja, so nach knappen 30 Minuten war dann aber doch Schluss und wir sind gemeinsam runter gegangen in den Stall. Da hat sie meinen Puls gemessen, der war bei 49. Ihren eigenen Puls hat sie lieber nicht gemessen. Der war nämlich garantiert sehr viel höher als meiner, obwohl ICH ja immer den weiten Weg außen rum laufen muss!
Dann hat sie mich noch mit dem nassen Schwamm etwas abgekühlt, das mag ich wirklich sehr gern. Anschließend hab ich mir eine Panade gemacht und das war dann unser Programm für heute.
Euer Sir Duncan dhu of Nakel (personal trainer fürs Mädchen)