Oh, guten Morgen, Mädchen, was machst du denn so früh schon im Stall?
Da hab ich mich aber gewundert. Sie wollte doch tatsächlich vor dem Aufwachen (also: bevor SIE wach ist) schon ausreiten! Weil es sonst so warm wird und die fiesen Blutsauger so über uns her fallen. Gut, ich bin bereit! Bin ja nicht so eine Schlafmütze wie sie!
Alles angetüddelt und mit Diego dem Großen und dem Mann zusammen los getingelt. Diego hatte wieder den Turbo an, da hab ich einfach keine Chance. Der zieht im Schritt davon, da komme ich nicht mit. Der Mann hat dann öfter mal angehalten und auf uns gewartet, aber mein Mädchen meinte, wir können das Problem ja auch mal anders lösen. Also sind wir beide mal ein Stück vorweg getrabt und Diego ist im Schritt hinterher gekommen. Was bedeutet, dass wir zuerst im Dorf angekommen sind. Aber dort wurden wir jäh gebremst, denn in einem Gulli gurgelte ein Monster sehr, sehr laut! Und wenn mein Mädchen auf meinem Rücken sitzt, dann trage ich ja die Verantwortung für unsere Sicherheit – das konnte ich nicht riskieren! Bin mit spitzen Ohren stehen geblieben. Mein Mädchen hat mit mir geredet, dann gesagt, ich könnte einen Schritt vor gehen. Ok. Dann bin ich aber wieder stehen geblieben und hab gelauscht und geguckt. Naja, ein paar Schrittchen in die Nähe des Gullis hatten wir gerade geschafft, da kam Diego von hinten. Der hat sich überhaupt nicht um das gurgelnde Monster gekümmert, sondern ist einfach an mir vorbei über den Gulli rüber marschiert. Ach so? Ja dann mach ich das natürlich auch!
Mein Mädchen hat also auf ihre Übungsliste geschrieben, dass wir mal öfter vorne weg gehen wenn gruselige Dinge sind und uns dann die Zeit nehmen, das so lange zu begucken, belauschen und evt zu betasten bis ich mir sicher bin. Also wenn sie absteigt und führt hab ich da auch keinen Stress mit dem Gulli aber wie gesagt, wenn sie auf meinem Rücken sitzt wiegt die Verantwortung doch schwer! Wo sie doch immer sagt, ich soll auf sie aufpassen!
Naja, kurz nach der ganzen Aufregung musste ich dann auch schon gleich mal äppeln. Vor der Arztpraxis. Da ist dann jetzt das Gebüsch gedüngt (hat mein Mädchen einfach da rein geschmissen, da kennt sie ja nix. Gegen Gratis-Dünger kann ja wohl niemand was einwenden!)
Weiter ging es aus dem Dorf wieder raus und dann ein Stück im Trab. Da habe ich wieder an meinem Turbo-Trab gearbeitet mit den schönen großen Schritten. Einmal hab ich mein Mädchen auch ausgetrickst und bin ich bisschen galoppiert, aber nicht weitersagen!
Über die Straße, dann wieder in den Wald und fix durch traben wegen der blutsaugenden Mistviecher die da schon umher fliegen. Als das geschafft war, gab es erst mal Gras. Mein Mädchen ist dann abgestiegen und durchs zweite Dorf gelaufen. Versprochen war, dass wir dann dort, wo wir das Dorf wieder verlassen, noch eine Graspause machen. Aber ach! Aus der schönen grünen Wiese ist eine braune Steppe geworden! Also nix mit Graspause. Mein Mädchen ist stattdessen wieder aufgestiegen und es ging Richtung Heimat. Wir haben dann nochmal die Chance genutzt vorne weg zu traben, so dass wir an einer schönen Stelle, wo Schatten und grünes Gras war, endlich mal zuerst angekommen sind und ich schon anfangen durfte zu grasen – sonst ist es ja immer so dass Diego als erster ans Buffett kommt!
Und so gegen Ende meinte mein Mädchen dann, wir würden jetzt nochmal „alleine ausreiten ohne alleine auszureiten“ üben. Ok! Also noch ein gutes Stück getrabt, während Diego im Schritt geblieben ist. Schließlich waren wir ganz allein, Diego war nicht mehr zu sehen und zu hören. Ganz still war es, so mit nur meinen 4 Hufen, die geklappert haben anstatt der üblichen 8! Mein Mädchen und ich sind beide noch nicht ganz entspannt wenn wir alleine sind, aber es geht und wir werden das schön weiter üben.
Bis zur letzten Ecke sind wir allein geritten, dann ist sie abgestiegen und ich durfte nochmal grasen bis Diego uns eingeholt hatte (was eigentlich viel zu früh war!). Dann ab nach hause. Zu hause gab es dann wieder diese schöne Schwamm-Wellness und anschließend ein paar leckere Weidenzweige zum Knabbern. Ach, schön war das wieder! Nur gut, dass es so früh war, denn jetzt ist es ordentlich warm.
Diego und ich haben uns dann noch ein schönes Staubbad gegönnt und jetzt verbummeln wir den warmen Tag zwischen Heunetz und Tränke.
Euer sonntäglicher Sir Duncan Dhu of Nakel
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